K O D E XSHOWROOM HELMSTEDT · HISTORISMUS-PORZELLAN
Bildplatte „Junge Frau mit roter Kappe“
KODEX · GRÜNDERZEIT-KUNSTGEWERBE · UM 1880

Bildplatte „Junge Frau mit roter Kappe“

Hartporzellan-Portraitplatte mit polychromer Aufglasurmalerei und Goldstaffage, gefasst in einem getriebenen Messing-Wandteller der Neorenaissance
Hartporzellan · Aufglasur-Portraitmalerei · Goldstaffage · Messingfassung in Repoussé-Treibtechnik · um 1880 · Maße am Original aufzunehmen
Stil · Historismus · 1850–1900
Das 19. Jahrhundert plündert die Stilgeschichte: Neorenaissance, Neobarock, Neorokoko – alte Pracht wird prunkvoll neu aufgelegt.

DAS OBJEKT

Eine Hartporzellan-Bildplatte zeigt das Brustbild einer jungen Frau mit roter Kappe, ausgeführt in feiner polychromer Aufglasurmalerei und gehöht mit Goldstaffage. Die Platte ist mittig in einen Messing-Wandteller eingelassen, dessen umlaufender Rand in Repoussé-Treibtechnik – getriebenes beziehungsweise gepresstes Messingblech – im Sinne der Neorenaissance gestaltet ist. Porzellan-Malgrund und gefasster Metallrand bilden zusammen ein charakteristisches Zier- und Wandobjekt des gehobenen Gründerzeit-Kunstgewerbes, bestimmt für die repräsentative bürgerliche Wand.

DATIERUNG & STIL

Die Arbeit gehört dem Historismus an und ist um 1880 anzusetzen. Stilistisch verbindet sie zwei Leitlinien der Epoche: die Aufglasur-Portraitmalerei in der Manier der Wiener und Berliner Porzellanmanufakturen sowie die Neorenaissance-Fassung des Messingtellers. Die Neorenaissance entfaltete zwischen 1870 und 1885 ihre größte Wirkung und galt im strengen Historismus als vorbildlich – ein Zeitfenster, in das sich dieses Stück nach Technik, Motiv und Rahmengestaltung bruchlos einfügt.

DEKOR & IKONOGRAFIE

Das Damenbildnis folgt dem im 19. Jahrhundert überaus beliebten Typus der „jungen Schönheit“ im historisierenden Kostüm; die rote Kappe lässt sich der Renaissance-Tracht zuordnen, die der Neorenaissance als Motivreservoir diente. Solche Bildnisse entstanden vielfach nach Gemälde- und Galerievorbildern und wurden von Porzellanmalern in feiner Aufglasurtechnik wiederholt. Die Goldstaffage akzentuiert Kappe, Inkarnat und Gewandpartien und steigert den repräsentativen, leicht idealisierten Charakter des Bildnisses.

EINORDNUNG & HERKUNFT

Die malerische Handschrift orientiert sich am Vorbild der Wiener und Berliner Manufaktur-Tradition (Typ Wien/KPM Berlin), ohne dass ein Manufakturstempel als gesichert behauptet wird; die Zuordnung beschreibt eine Stil- und Qualitätsstufe, nicht eine Marke. Das Stück stammt aus einem Lagerfund (abendländischer Kulturkreis) und ist gut erhalten. Es repräsentiert die seinerzeit florierende Verbindung von Porzellanmalerei und kunstgewerblicher Metallfassung. Maße sind am Original aufzunehmen.

Provenienz & Zustand

Herkunft: Lagerfund, abendländischer Kulturkreis. Erhaltungszustand gut. Hartporzellan-Bildplatte mit Aufglasur-Portraitmalerei und Goldstaffage, gefasst in getriebenem Messing (Repoussé). Datierung um 1880, Historismus / Gründerzeit. Maße am Original aufzunehmen.
240 €
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