K O D E XSHOWROOM HELMSTEDT · KUNSTGEWERBE · PORZELLAN
Neorokoko-Tafelaufsatz mit Putto und Blütenbesatz
HISTORISMUS · NEOROKOKO · THÜRINGER BLUMENPORZELLAN

Neorokoko-Tafelaufsatz mit Putto und Blütenbesatz

Durchbrochene Konfektschale auf figürlichem Schaft, Thüringer Blumenporzellan im Meissener Geschmack, um 1880
Hartporzellan, durchbrochen (réticulé) gearbeitet, Aufglasurbemalung mit Goldstaffage, frei aufgelegte Porzellanblüten · Maße am Original aufzunehmen
Stil · Historismus · 1850–1900
Das 19. Jahrhundert plündert die Stilgeschichte: Neorenaissance, Neobarock, Neorokoko – alte Pracht wird prunkvoll neu aufgelegt.

DAS OBJEKT

Ein figürlich getragener Tafelaufsatz: Über einem als Putto-Säule gebildeten Schaft erhebt sich eine flache, durchbrochen gearbeitete Konfekt- oder Fruchtschale. Das Korbgeflecht-Imitat (réticulé) ist aus dem weichen Scherben frei geschnitten und nach dem Brand mit zarter Aufglasurmalerei sowie Goldstaffage gehöht. Über das Gerüst sind separat modellierte, einzeln aufgelegte Porzellanblüten gestreut — eine arbeitsintensive, brandtechnisch heikle Manufakturarbeit, deren Reiz gerade in der Spannung von strenger Durchbrechung und überquellendem Floraldekor liegt.

DATIERUNG & STIL

Das Stück gehört in den Historismus und dort in die Strömung des Neorokoko (Zweites Rokoko), die nach 1860 europaweit in Mode kam und ältere Rocaille-Formen, geschwungene Linien und spielerische Leichtigkeit wiederbelebte. Die Datierung um 1880 fügt sich in diese Blütezeit. Charakteristisch sind der bewegte, vasen- oder säulenförmige Schaft, der Putto als tragendes Motiv und der reiche Blütenbesatz — Elemente, die das galante 18. Jahrhundert zitieren und in der Gründerzeit als Sinnbild kultivierter Tafelkultur geschätzt wurden.

DEKOR & IKONOGRAFIE

Der Putto als Träger der Schale steht in langer Tradition des Tafelschmucks: Er verkörpert Anmut, Überfluss und heitere Festlichkeit und verweist auf die barock-rokokohafte Allegorie von Gartenfülle und sinnlichem Genuss. Der aufgelegte Blütenflor — Rosen, kleine Streublüten, knospende Zweige — übersetzt diese Idee ins Plastische und gibt dem Werk seinen Namen als „Blumenporzellan“. Goldstaffage an Rändern, Voluten und Sockel betont die Rocaille-Schwünge und unterstreicht den festlichen, dekorativen Charakter eines Schaustücks für die gedeckte Tafel.

EINORDNUNG & HERKUNFT

Stil, Technik und Aufbau weisen das Werk dem Thüringer Blumenporzellan zu — dem Typ Sitzendorf/Volkstedt, wie er im Schwarzburger Raum gepflegt wurde. Die seit 1850 wiederbegründete Sitzendorfer Produktion spezialisierte sich auf durchbrochene, blütenbesetzte Figuren- und Tafelware im Meissener bzw. Dresdener Geschmack. Die Zuordnung erfolgt als Typ, nicht als gesicherte Marke; eine Marken- und Stempelbestimmung ist am Original vorzunehmen. Herkunft: Lagerfund. Zustand gebraucht — der filigrane Durchbruch und der lose aufgelegte Blütenbesatz sind bauartbedingt empfindlich und vor Erwerb in Augenschein zu nehmen.

Provenienz & Zustand

Kulturkreis: abendländisch. Form: figürlich getragene Schale (Tafelaufsatz/Konfektschale). Herkunft: Lagerfund, Zustand gebraucht. Einordnung als Typ Sitzendorf/Volkstedt (Thüringer Blumenporzellan) — keine gesicherte Markenzuschreibung; Marke/Stempel und Maße am Original zu prüfen.
285 €
Dieses Werk ist erhältlich. Schreiben Sie uns kurz — wir nennen Ihnen Preis, Maße und Zustand, und Sie können es direkt erwerben: versicherter Versand europaweit oder Abholung im Showroom Helmstedt.
Kreislauf statt Neuproduktion: Weiterverkauf ohne neue Herstellung. Ehrlich: Verpackung & Versand ca. 0,4 kg CO2e — beim Kauf im Laden Helmstedt entfällt auch das.
Zur Übersicht der Sammlung