K O D E XSHOWROOM HELMSTEDT · ANTIKENSAMMLUNG · BRONZE
Bronzevogel auf Sockel
KODEX · KLEINBRONZE

Bronzevogel auf Sockel

Kleine Bronze mit gewachsener Patina, frei stehend auf vier Füßen — im Haus als Taube angesprochen, bestimmt ist die Art nicht.
Bronze · H 5,2 cm · Sockel 1,5 × 1,7 cm · Vogel 2,6 × 1,4 cm · 43 g

DAS OBJEKT

Eine kleine Bronze, gut fünf Zentimeter hoch: ein Vogel mit angelegten Flügeln, das Gefieder in kurzen Strichen eingetieft, auf einem gegliederten Sockel. Der Sockel ist nicht einfach ein Klotz, sondern gebaut wie ein kleines Bauwerk — von oben nach unten: ein kelchförmiges Kapitell, ein eingezogener Schaft mit eingeritzten Ringeln und Bögen, ein Wulstkranz, ein quadratischer Block, der sich nach unten verbreitert, und eine Stufenplatte auf vier kleinen Eckfüßen. 43 Gramm.

ER STAND FREI

Die Unterseite beantwortet die Frage nach der Funktion, und zwar eindeutig: dort ist kein Zapfen, kein Loch und kein Gewinde. In der Mitte sitzt ein runder, erhabener Butzen — der abgetrennte Gusszapfen, die Stelle, an der die Bronze in die Form lief. Das Stück war also nie auf einen Stab gesteckt, nie auf einen Deckel geschraubt, nie an ein Möbel genagelt. Es stand auf seinen vier Füßen, so wie es hier steht.

TAUBE ODER NICHT

Im Haus läuft das Stück als Taube, und der Körper gibt das her: rundlich, kurzhalsig, mit abfallendem Schwanz. Der Schnabel spricht dagegen. Von vorn gesehen ist er kurz, kräftig und an der Spitze leicht gehakt — eine Taube hat einen schlanken, geraden Schnabel. Näher als "Vogel" kommen wir nicht heran, und weiter gehen wir nicht.

DIE PATINA

Das Grün ist Kupferkorrosion, über sehr lange Zeit gewachsen; die rötlichen Stellen darunter sind ein früheres Stadium desselben Vorgangs. Eine solche Schichtung entsteht langsam und ungleichmäßig — im Gegensatz zu künstlicher Patinierung, die gleichmäßig und dünn aufliegt. Sie wird nicht abgenommen. Was grün ist, bleibt grün.

WAS OFFEN BLEIBT

Zeitstellung, Kulturkreis und Zweck sind nicht bestimmt. Kleine Vogelbronzen kommen in vielen Zusammenhängen vor: als Weihegabe, als Spielstein, als Gewicht, als Zierat. Dass dieses Stück frei stand und nicht montiert war, engt den Kreis ein — es schließt ihn nicht. Ohne Fundzusammenhang bleibt es dabei.

Provenienz & Zustand

PROVENIENZ · ZUSTAND · RECHTLICHES — Provenienz: deutscher Privatbesitz. Erworben zwischen 1980 und 2010 im deutschen Kunsthandel bei Thomas Morbe, Antiquitätenhandel Frankfurt am Main, auf Antiquitätenmessen (u. a. Harz und Heide, Congress Park Braunschweig); 2018 durch Erbgang an den heutigen Eigentümer. Die Geschichte des Stücks vor diesem Ankauf ist nicht bekannt. Ein konkreter Fundort wird im Sinne des Kulturgutschutzgesetzes (KGSG) ausdrücklich NICHT behauptet. Zustand: gut, gewachsene Patina, ungereinigt. Vogelart, Funktion, Zeitstellung und Herkunftsregion sind nicht bestimmt.
260 €
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