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Kleines Fläschchen aus blauem Glas
KODEX · GLASGEFÄSS

Kleines Fläschchen aus blauem Glas

Tropfenförmiger Körper auf winzigem Standknubbel, umgelegter Rand — ein Behälter für Öl oder Duft, nicht datiert.
Blaues Glas · H 6,2 cm · ⌀ 2,0 / 1,5 cm · 15 g

DAS OBJEKT

Ein kleines Gefäß aus dunkelblauem Glas, 6,2 Zentimeter hoch: ein tropfenförmiger Körper, darüber ein langer, schlanker Hals, oben eine trichterförmige Mündung mit nach außen umgelegtem Rand. Unten läuft der Körper in einen winzigen Knubbel aus — einen Fuß kann man das kaum nennen, das Fläschchen steht nur mühsam. Das ist keine Nachlässigkeit, sondern die Bauart: solche Gefäße wurden gehalten, gelegt oder in Sand gestellt. Mit 15 Gramm ist das Stück hohl, wie es sich für ein Gefäß gehört: massiv wäre es dreimal so schwer.

FREI GEBLASEN

Im Hals stehen langgezogene Blasen, im Körper winzige runde — Luft, die beim Blasen im Glas blieb und sich mit dem Material streckte, als der Hals ausgezogen wurde. Der Rand ist nicht geschnitten, sondern nach außen umgelegt und verschmolzen. Beides zusammen sagt: freie Handarbeit an der Pfeife, keine Form, kein Werkzeugabdruck.

WAS DARIN WAR

Gefäße dieser Größe fassten keine Getränke, sondern Kostbarkeiten: Öl, Salben, Duftstoffe. Die enge Öffnung ist kein Zufall — sie gibt tropfenweise ab, was teuer war. Parfümiertes Öl war in der alten Welt Alltagsluxus und Grabbeigabe zugleich, und kleine Flaschen dafür gehören zu den häufigsten Glasfunden überhaupt.

DIE KRUSTE

Was das Glas bedeckt, ist Boden: eine sandige, körnige Schicht mit dunklen Einsprengseln, stellenweise fest verbacken. Kein Schmutz, den man abwischt — Ablagerung, die Zeit gebraucht hat. Wo sie abgeplatzt ist, kommt das Glas blank und tiefblau hervor, glänzend und ohne die silbrige Verwitterungshaut, die viele Bodenfunde tragen. Abgelöst wird nichts: mit der Kruste ginge der Befund.

WAS OFFEN BLEIBT

Zeitstellung und Herkunftsregion sind an diesem Stück nicht bestimmt. Die Form ist über Jahrhunderte und über den halben Mittelmeerraum hinweg gebräuchlich; ohne Fundzusammenhang lässt sie sich nicht auf ein Jahrhundert festlegen. Wir zeigen, was zu sehen ist: blaues Glas, hohl, frei geblasen, 6,2 Zentimeter — und schreiben nicht dazu, was wir nicht wissen.

Provenienz & Zustand

PROVENIENZ · ZUSTAND · RECHTLICHES — Provenienz: deutscher Privatbesitz. Erworben zwischen 1980 und 2010 im deutschen Kunsthandel bei Thomas Morbe, Antiquitätenhandel Frankfurt am Main, auf Antiquitätenmessen (u. a. Harz und Heide, Congress Park Braunschweig); 2018 durch Erbgang an den heutigen Eigentümer. Die Geschichte des Stücks vor diesem Ankauf ist nicht bekannt. Ein konkreter Fundort wird im Sinne des Kulturgutschutzgesetzes (KGSG) ausdrücklich NICHT behauptet. Zustand: vollständig, keine Bruchstellen erkennbar; Oberfläche fast durchgehend verwittert. Zeitstellung und Herkunftsregion sind nicht bestimmt.
150 €
Dieses Werk ist erhältlich. Schreiben Sie uns kurz — wir nennen Ihnen Preis, Maße und Zustand, und Sie können es direkt erwerben: versicherter Versand europaweit oder Abholung im Showroom Helmstedt.
Kreislauf statt Neuproduktion: Weiterverkauf ohne neue Herstellung. Ehrlich: Verpackung & Versand ca. 0,4 kg CO2e — beim Kauf im Laden Helmstedt entfällt auch das.
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