QAJAR-KERAMIK · PERSIEN · UM 1850
Paar persischer Qajar-Flaschenvasen mit Vogel- und Fischdekor
Quarzfritte-Keramik mit Unterglasur-Mehrfarbenmalerei im Iznik-Nachklang, Persien, Qajar-Zeit, um 1850
Quarzfritte (Stonepaste), Unterglasur-Polychromie unter transparenter Glasur · Persien, 19. Jh. · ohne Marke · Masse am Original aufzunehmen
DAS OBJEKT
Ein zusammengehoeriges Paar birnenfoermiger (piriformer) Flaschenvasen aus heller Quarzfritte mit langem, eingezogenem Hals und ausgestelltem, wulstigem Lippenrand. Der Scherben ist die fuer persische Keramik typische poroese Stonepaste-Masse aus Quarz und Glasfritte; am unglasierten Standring zeigen sich Brennspuren, braune Anhaftungen und Gebrauchsabnutzung. Die Bemalung erfolgte in Unterglasur unter einer transparenten Bleiglasur, freihaendig und leicht ungleichmaessig aufgetragen — ein Zeichen handwerklicher, nicht industrieller Fertigung. Ohne Marke, ohne Signatur.
DATIERUNG & STIL
Die Vasen sind der Qajar-Zeit (Dynastie 1789–1925) zuzuordnen, um 1850. Form, Scherben und Palette folgen der persischen Tradition des 19. Jahrhunderts, die ihrerseits einen Nachklang der klassischen tuerkischen Iznik-Keramik aufnimmt. Charakteristisch ist die Unterglasur-Polychromie auf cremeweissem Grund mit schwarzer Konturzeichnung. Die durchgehend flaechige Craquelee-Bildung und die gelblich-braune Vergilbung der Glasur sind alters- und gebrauchsbedingt und bei Quarzfritte-Ware dieser Epoche ein gelaeufiges, erwartbares Erscheinungsbild.
DEKOR & IKONOGRAFIE
Die erste Vase zeigt einen gelbkoepfigen Vogel zwischen Bluetenranken, die zweite einen stilisierten Fisch in einem Blaumedaillon. Voegel zwischen floralen Spruengen gehoeren zum Kernrepertoire der Qajar-Keramik; vergleichbare unterglasur-bemalte Qajar-Gefaesse mit Voegeln und Bluetenwerk sind im internationalen Auktionshandel dokumentiert. Die Palette aus Kobaltblau, Tuerkis, Mangan (violett-braun) und Gruen auf weissem Grund entspricht dem fuer diese Ware belegten Farbkanon. Das Fischmotiv verweist auf den persischen Glueck- und Wassersymbolismus.
EINORDNUNG & HERKUNFT
Eine gesicherte Werkstatt-Zuschreibung ist ohne Marke nicht moeglich; einzuordnen ist das Paar als persische Qajar-Quarzfritte vom Typ der Iznik-nachklingenden Unterglasur-Ware, wie sie im 19. Jahrhundert an persischen Keramikzentren gefertigt wurde. Als erhaltenes, zusammengehoeriges Paar bietet das Objekt einen deutlichen Sammlervorteil. Wertmindernd wirken das durchgehende Craquelee und die Glasurvergilbung; moegliche Haarrisse sind am Original zu pruefen, ebenso die exakten Masse aufzunehmen.
Provenienz & Zustand
Kulturkreis: persisch (Qajar-Zeit). Zugang als Lagerfund; gepflegter, dem Alter entsprechender Zustand. Keine Marke und keine Signatur vorhanden — Datierung und Einordnung erfolgen anhand von Scherben, Form, Maltechnik und Palette im Vergleich mit dokumentierter Qajar-Ware. Masse und etwaige Haarrisse sind am Original abschliessend aufzunehmen.
560 €
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