K O D E XSALON · PORZELLAN
PORZELLANFIGUR · AKT MIT BARSOI UND GOLDENER KUGEL

Die Kugelspielerin, die keine Antiquität ist

Festpreis 110 €
Weißporzellan, Aufglasurbemalung, Goldstaffage · Bodenmarke „Neundorf“
Porzellan, farbig staffiert, vergoldete Kugel · Bodenmarke Adler / NEUNDORF · frühes 21. Jahrhundert

Die Figur

Ein bewegter Akt reckt die goldene Kugel empor, an seiner Seite ein Barsoi — der windschnelle russische Windhund — im Sprung, das Ganze auf einer grün lasierten, ovalen Plinthe. Feines weißes Porzellan, mit zarter Aufglasurmalerei staffiert, die Kugel in glänzendem Gold. Ein Salonstück, wie es die Vitrinen des frühen 20. Jahrhunderts liebten: elegant, ein wenig kühl, ganz auf Anmut gestellt.

Der Adler am Boden

Unter der Plinthe sitzt eine schwarze Marke: ein Adler und der Schriftzug NEUNDORF. Sie sieht alt aus — ist es aber nicht. „Neundorf“ ist keine historische Manufaktur, sondern eine moderne Handels- und Importmarke (Antik 2000 GmbH, Waging am See), die erst um 2004 auftauchte und bis etwa 2013 lief. Das Fachportal porcelainmarksandmore.com führt sie unumwunden als Reproduktions-Marke mit erfundenen Firmengeschichten.

Die echten Vorbilder

Und doch zitiert die Figur wahre Meister. Den „Akt mit Windhund“ formte in den 1920er-Jahren Karl Tutter für die Kunstabteilung von Hutschenreuther in Selb. Die „Frau auf der Kugel“ geht auf Walter Schotts berühmte „Kugelspielerin“ von 1897 zurück, die in Bronze durch die Salons Europas ging. Unsere Figur ist ein Echo dieser Vorbilder — schön nachempfunden, aber eben nachempfunden.

Warum sie im Salon steht

Genau deshalb steht sie hier. In einem alten Salon sitzt nicht alles, was alt aussieht, auch wirklich im Alter. Die Kunst ist, den Unterschied zu kennen — und ihn ehrlich zu sagen. KODEX verkauft keine Märchen: Dies ist ein liebenswertes Dekorationsstück jüngeren Datums, kein Museumsschatz, und es gibt sich hier auch nicht als einer aus. Die Anmut ist echt. Das Alter ist es nicht.

Einordnung

Modern gemarktes Weißporzellan (Handelsmarke „Neundorf“, um 2004–2013), motivisch an Karl Tutter (Hutschenreuther) und Walter Schotts „Kugelspielerin“ (1897) angelehnt. Kein historisches Manufakturstück. Boden mit leichten Stand- und Altersspuren, Figur augenscheinlich ohne Schaden. Einordnung der Marke nach porcelainmarksandmore.com und steinmarks.co.uk.
Hörstück · Salon
Die ganze Geschichte der Figur — in gut zwei Minuten erzählt.
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Hörstück auf Deutsch.
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