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Marktszene unter gotischem Torbogen
KODEX · KUNSTHANDEL FLIEGNER · HELMSTEDT

Marktszene unter gotischem Torbogen

Genreszene in pastellig-lasierender Aquarellmalerei, unten links bezeichnet „MAX-FREY", um 1900
Aquarell auf Papier · 28 × 26,4 cm · unten links bezeichnet „MAX-FREY" · Erhaltung: gut
Stil · Jugendstil · 1890–1910
Die geschwungene Lebenslinie — florale Ornamentik, die Kunst und Alltag (Moebel, Glas, Plakat) verschoenert.

DAS WERK

Das kleinformatige Blatt zeigt eine belebte Marktszene mit mehreren Figuren unter einem monumentalen gotischen Torbogen; im Hintergrund öffnet sich der Blick auf eine Kathedralenfassade mit hohen Maßwerkfenstern. Der dunkle Torbogen dient als architektonische Rahmung und führt das Auge in die lichtere Tiefe des Platzes. Lange Röcke, Kopftücher, Hüte und die Marktwagen verweisen auf eine Entstehung um die Jahrhundertwende. Die Farben sind überwiegend pastellig und lasierend aufgetragen, die Proportionen von Figuren und Zelten naturalistisch, belebt durch fein gesetzte, impressionistisch anmutende Lichtakzente.

KÜNSTLER & SCHULE

Max Frey (geb. 1874 in Mühlburg bei Karlsruhe, gest. 1944 in Bad Harzburg) studierte 1893/1895–1903 an der Karlsruher Akademie bei Ferdinand Keller, Gustav Schönleber und Leopold von Kalckreuth. 1906 übersiedelte er nach Dresden, wurde 1907 Lehrer an der dortigen Kunstakademie und 1910 Professor; um 1910 gehörte er zu den Mitbegründern der Künstlergruppe „Grün-Weiß". Sein Werk reicht vom Symbolismus und Jugendstil bis zu Tendenzen der Neuen Sachlichkeit und des Magischen Realismus. Arbeiten befinden sich u. a. in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

BEFUND: SIGNATUR & INSCHRIFTEN

Das Blatt ist unten links „MAX-FREY" bezeichnet; Schreibweise und Charakter der Bezeichnung sind für den Künstler einschlägig. Rückseitige Provenienzvermerke oder Galerie-Labels liegen nicht vor. Die Zuordnung zu Max Frey (1874–1944) stützt sich somit auf die Bezeichnung im Bild in Verbindung mit der stilistischen und motivischen Faktur und ist als gut begründete Arbeitshypothese zu verstehen. Das Papier weist altersbedingte Stockflecken und leichte Randbeschädigungen auf; die Erhaltung ist insgesamt gut.

KUNSTHISTORISCHE EINORDNUNG

Die Marktszene unter gotischer Architektur steht in der Tradition der um 1900 verbreiteten Genre- und Stimmungsmalerei, in der historische Bausubstanz und volkstümliches Treiben zu einem pittoresken Ganzen verbunden werden. Die lasierende, pastellige Aquarelltechnik und die fein beobachteten Lichtwirkungen lassen die akademische Schulung Freys – Schönlebers Landschaftsauffassung, Kalckreuths Naturalismus – erkennen, noch vor seiner späteren symbolistisch-sachlichen Phase. Das Blatt ist damit ein gut zugängliches, atmosphärisch dichtes Beispiel seines frühen Schaffens.

Provenienz & Zustand

Provenienz: Privatbesitz. Rückseitig keine Provenienzvermerke, keine Galerie- oder Sammlungslabels feststellbar. Die Bezeichnung „MAX-FREY" unten links im Bild bildet den primären Zuordnungsbeleg; eine lückenlose Vorbesitzerkette ist nicht dokumentiert.
Preis auf Anfrage
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