Cansteinsche Bibel, Halle 1774 – Einband 1777, Eintrag Büßing 1810
Cansteinsche Bibelanstalt (Halle) (1710–?)
Buchdruck (Fraktur, Titel in Rot und Schwarz); schwarzes Leder, punzierter Goldschnitt, silberne Deckelprägung · 1774 · 15,8 × 9,8 × 5 cm (Taschenformat), 540 g · gut
Biblia, das ist: Die gantze Heil. Schrift Altes und Neues Testaments, nach der teutschen Uebersetzung D. Martin Luthers, mit iedes Capitels kurtzen Summarien und beygefügten Parallelen. Nebst der Vorrede des sel. Herrn Barons C. H. von Canstein. Die CLXX Auflage. Halle, im Waeysenhause, 1774.
Die Cansteinsche Bibelanstalt im Halleschen Waisenhaus war ab 1710 die erste Bibelgesellschaft der Welt. Ihr Kunstgriff: Der Satz blieb stehen, statt für jede Auflage neu gesetzt zu werden – dadurch konnte sie Bibeln zu einem Bruchteil des üblichen Preises abgeben. Wie ernst es ihr damit war, steht in diesem Exemplar selbst: Vorn sind der „Vorbericht zur 135. Auflage“ und die gedruckte Preisliste mitgebunden, in der die Anstalt erklärt, sie habe keinen zeitlichen Gewinn zum Zweck. Dieses Exemplar trägt die 170. Auflage.
EINBAND: schwarzes Leder über Pappe, vier echte Bünde, reich punzierter Goldschnitt an allen drei Seiten. Auf dem Vorderdeckel silbern geprägt in zwei Zeilen „J ∗ L ∗ HM / K ∗ C ∗ K“ und darunter die Jahreszahl 1777 – gedruckt 1774, gebunden drei Jahre später.
EINTRAG: auf dem hinteren Vorsatz in Kurrent, brauner Tinte: „Friederike Conradiene Magdalena Büßing / Ist gebohren d. 17ten Januar 1810.“ Die Initialen des Einbands gehören also einer älteren Generation als der Eintrag – das Buch war schon dreiunddreißig Jahre in der Familie, als der Name hineinkam.
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Original · Werk Nr. 439
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