K O D E XSHOWROOM HELMSTEDT · KODEX ANTIQUORIUM · ARCHÄOLOGIE
Bronzezeitliches Tüllenbeil mit Öse
BRONZEZEIT · URNENFELDERKULTUR · FRANKREICH

Bronzezeitliches Tüllenbeil mit Öse

Ein Werkzeug und Wertspeicher aus den Werkstätten der späten Bronzezeit – gegossen, gebraucht, der Erde anvertraut.
Bronze, im Formguss · H 5 · B 11,2 · ⌀ Tülle 4 cm · 286 g · um 1200 v. Chr.
🎧 Die Geschichte zu diesem Stück
„Das Beil aus grünem Erz" — aus der Zeit, als Ramses II. regierte (1279 v. Chr.–1213 v. Chr.)
0:00
Stil · Bronzezeit · 2200 v.Chr.–800 v.Chr.
Die erste Metall-Epoche: Werkzeuge, Waffen und Schmuck aus Bronze – lange vor Griechen und Römern, mit klaren geometrischen Formen.

DAS OBJEKT

Ein schweres, gedrungenes Tüllenbeil mit leicht trapezförmig nach außen verbreiterter Schneide und einer markanten seitlichen Öse am Tüllenansatz. Statt eines Schaftloches besitzt es eine hohle Tülle, in die der gekniete Holzgriff gesteckt wurde – die jüngere, technisch reifere Bauform der Bronzezeit. Die grünlich-braune Patina mit erdigen Anhaftungen erzählt von langer Bodenlagerung; an den Schmalseiten sind die Gussnähte noch schwach tastbar, die durchstochene Öse sauber angesetzt.

LEBEN & GEBRAUCH

Hier liegt ein Arbeitsgerät, kein Schaustück. Durch die Öse zog man eine Schnur aus Leder oder Sehne und band den Bronzekopf fest an den Holzschaft – damit beim Hieb nichts davonflog. So gerüstet rodete man Wald für Äcker, behieb Bauholz für Pfostenhäuser, spaltete Brennholz, zimmerte Boote und Zäune. Die leicht asymmetrische Schneide mit kleinen Kerben verrät echten Gebrauch: Dieses Beil hat in einer Hand gelegen und gearbeitet. Im Ernstfall taugte es ebenso als Waffe.

BILD & BEDEUTUNG

Bronze war in dieser Welt Reichtum in Metallform. Tüllenbeile wurden nicht nur geschwungen, sondern gehortet, weitergegeben, getauscht – oft in auffallend gleichen Gewichten, was Forscher an eine frühe Form von Zahlmittel denken lässt. Auffällig viele landeten bewusst in Flüssen, Seen und Mooren: Gaben an die Mächte des Wassers. Ein Beil wie dieses stand zugleich für Können, Wohlstand und die Verbindung zwischen Werkstatt, Gemeinschaft und Götterwelt.

ZEIT & KULTUR

Die Form gehört zum verbreiteten Typus der Urnenfelderkultur, jener mitteleuropäischen Brandbestattungs-Welt zwischen etwa 1300 und 1000 v. Chr. Die französische Herkunft fügt das Stück in den atlantischen Bronzezeit-Raum (Bretagne, Galicien) ein, dessen Werkstätten Tüllenbeile in Mengen gossen und exportierten – häufig aus bleihaltiger Bronze, die im Formguss besser floss. Eine genauere typologische Einordnung – verwandt etwa den armorikanischen Beilen – ist am Original zu präzisieren. Vergleichsfunde liegen im Kodex-Datenbestand als Kontext hinterlegt.

Provenienz & Zustand

Provenienz nicht dokumentiert; legaler Erwerb vorausgesetzt. Ein konkreter Fundort wird ausdrücklich NICHT behauptet – genannte Fundregionen (Urnenfelder-/Atlantischer Raum, Bretagne) dienen allein der kulturhistorischen Einordnung (KGSG). Zustand: gut, gebraucht mit geringen Alterungsspuren; konsistente, nicht künstlich erzeugte Patina, keine modernen Schleif- oder Bearbeitungsspuren. Die Inventarnummer „ECK“ ist eine moderne Zutat zur Zuordnung.
640 €
Dieses Werk ist erhältlich. Schreiben Sie uns kurz — wir nennen Ihnen Preis, Maße und Zustand, und Sie können es direkt erwerben: versicherter Versand europaweit oder Abholung im Showroom Helmstedt.
Kreislauf statt Neuproduktion: Weiterverkauf ohne neue Herstellung. Ehrlich: Verpackung & Versand ca. 0,4 kg CO2e — beim Kauf im Laden Helmstedt entfällt auch das.
Zur Übersicht der Sammlung