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Römische Scheibenlampe (Lucerna)
RÖMISCHE LICHTKULTUR · TON · 1.–2. JH. N. CHR.

Römische Scheibenlampe (Lucerna)

Eine Handlampe aus dem Alltag des römischen Mittelmeerraums – das stille Licht, bei dem ein ganzes Leben stattfand.
Ton, hellbraun-beige, unglasiert · H 3 cm · ⌀ 7 cm · 150 g · Italien · 1.–2. Jh. n. Chr.
🎧 Die Geschichte zu diesem Stück
„Ein Teelöffel Öl, zwei Stunden Licht" — aus der Zeit, als Trajan regierte (98–117)
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Stil · Antike · 800 v.Chr.–500
Das Fundament der abendlaendischen Kunst — ideale Proportion, Tempel und Goetterstatuen aus Marmor und Bronze.

DAS OBJEKT

Eine flache, scheibenförmige Tonlampe (lat. lucerna), handlich genug, um in einer Faust zu verschwinden. In der Mitte das Einfüllloch, seitlich versetzt das Dochtloch – die zwei Öffnungen, die alles erklären, was diese Lampe konnte. Der Ton ist hellbraun bis beige, unglasiert, mit feinen mineralischen Einschlüssen: einfache Gebrauchskeramik, kein Prunkstück. Ohne Reliefdekor, handgeformt und teils mit Model nachgearbeitet. Altersbedingte Abplatzungen und Gebrauchsspuren zeugen davon, dass sie wirklich gebrannt hat.

LEBEN & GEBRAUCH

Man füllte sie mit Olivenöl – dem saubersten, beliebtesten Brennstoff Roms – und legte einen gedrehten Docht aus Flachs oder Papyrus ein. Die Kapillarkraft zog das Öl zur Flamme; ein Teelöffel Öl brannte etwa zwei Stunden. Bei diesem kleinen, warmen Schein wurde gegessen, gehandelt, geliebt und geschlafen. Öl war teuer: Ärmere besaßen ein, zwei Lampen und gingen mit der Dunkelheit zu Bett, Reiche ließen ganze Räume erstrahlen. Diese Lampe gehörte zum bescheidenen Ende – zum Alltag der vielen.

BILD & BEDEUTUNG

Teurere Lampen trugen auf der Scheibe (discus) Reliefbilder: Götter, Gladiatoren, Tiere, erotische Szenen, später das Christusmonogramm. Unser Stück ist bewusst schmucklos – Funktion vor Repräsentation. Doch auch die schlichte Flamme war nie nur Licht. Vor dem Gebet entzündet, stand sie für Vesta, Göttin des Herdes; am Hausschrein (lararium) brannte sie den Hausgöttern, in Tempeln und Gräbern als Votivgabe. Licht galt als Segen – diese Lampe trug ihn in den Wohnraum.

ZEIT & KULTUR

Die Scheibenform entspricht den runden Bildlampen, die ab claudischer Zeit aufkamen und am Ende des 1. sowie im 2. Jh. n. Chr. das ganze Reich überschwemmten – typologisch in die Nähe der Loeschcke-Typ-VIII-Gruppe zu stellen (am Original zu präzisieren). Massenware aus Werkstätten von Italien bis Nordafrika, getragen vom Handel quer durchs Mittelmeer und Tag für Tag in unzähligen Haushalten in Gebrauch. Vergleichbare Stücke liegen heute in Sammlungen wie dem Metropolitan Museum und dem J. Paul Getty Museum.

Provenienz & Zustand

Provenienz nicht dokumentiert; legaler Erwerb vorausgesetzt. Ein konkreter Fundort wird ausdrücklich NICHT behauptet – genannte Fundregionen dienen allein als kulturhistorischer Vergleichskontext (Kulturgutschutzgesetz, KGSG). Zustand gut: altersbedingte Abplatzungen und Gebrauchsspuren, keine größeren Restaurierungen erkennbar. Typologische Einordnung (Loeschcke) als Orientierung, am Original zu verifizieren.
75 €
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