KODEX ANTIQUORIUM · #209
Römische Tonlampe mit Reliefporträt
Eine ovale Öllampe (lucerna) mit Bildspiegel und zwei Öffnungen – das Licht eines römischen Haushalts.
Ton, handgeformt mit Reliefdekor · erdiges Braun · H 4 · B 11,8 · ⌀ 7,5 cm · 114 g · Kulturkreis römisch · Zustand gut
🎧 Die Geschichte zu diesem Stück
„Das kleine Licht und der große Name" — aus der Zeit, als Nero regierte (54–68)
Stil · Antike · 800 v.Chr.–500
Das Fundament der abendlaendischen Kunst — ideale Proportion, Tempel und Goetterstatuen aus Marmor und Bronze.
DAS OBJEKT
Eine kleine, in der Hand liegende Tonlampe von ovaler Grundform, getönt in erdigem Braun. Die Oberseite trägt zwei runde Öffnungen – nach üblichem Aufbau eine zum Eingießen des Öls, die andere für den Docht. Im Zentrum des leicht eingesenkten Bildspiegels sitzt ein Reliefporträt eines Menschen, gerahmt von ornamentalen Mustern auf der schmalen Schulter. Mit nur 114 Gramm ist sie ein Gebrauchsgegenstand des Alltags, kein Prunkstück – und gerade darin liegt ihr Reiz.
LEBEN & GEBRAUCH
Solche lucernae waren das elektrische Licht der Antike: Massenware, die in fast jedem Haus stand. Man füllte Olivenöl durch die kleine Öffnung, legte einen Docht aus Flachs oder Hanf in die Schnauze und entzündete ihn. Eine Lampe genügte, um abends zu essen, zu lesen oder zu arbeiten, ehe man mit Einbruch der Dunkelheit zu Bett ging. Lampen mit mehreren Öffnungen brannten heller. Sie standen am Hausaltar (lararium), wurden Göttern geweiht und Verstorbenen ins Grab gelegt – um den Weg ins Jenseits zu erhellen.
BILD & BEDEUTUNG
Der Bildspiegel war die Bühne der Lampe. Auf ihm erschienen Götter, Tiere, Theater- und Arenaszenen – und Porträts. Kaiser ließen ihr Bildnis auf Lampen prägen, um in jedem Haushalt präsent zu sein; daneben standen Büsten von Gottheiten und volkstümliche Köpfe. Welches Gesicht dieses Relief zeigt, ist am Original zu prüfen. Das Motiv verwandelte den schlichten Lichtspender in ein kleines, brennendes Bildwerk, das beim Flackern der Flamme gleichsam lebendig wurde.
ZEIT & KULTUR
Die Form weist in die römische Kaiserzeit, als Bildlampen über das ganze Reich verbreitet waren. Die wissenschaftliche Einordnung folgt der klassischen Typologie nach Loeschcke (1919); der genaue Typ ist am Original festzulegen. Im Kodex steht das Stück (#209) im Kulturkreis 'römisch' verzeichnet – eingebettet in Zeitstrahl und Lexikon des Hauses, wo vergleichbare Funde aus Italien und den Provinzen als Kontext den Hintergrund dieses bescheidenen, beredten Alltagsobjekts greifbar machen.
Provenienz & Zustand
Provenienz nicht dokumentiert; legaler Erwerb vorausgesetzt. Zustand gut. Ein konkreter Fundort ist nicht bekannt und wird – im Sinne des Kulturgutschutzgesetzes (KGSG) – ausdrücklich nicht behauptet; genannte Fundstätten dienen allein als kulturhistorischer Vergleichskontext. Typologische Bestimmung (Loeschcke) und Datierung sind am Original zu präzisieren.
180 €
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