K O D E XSHOWROOM HELMSTEDT · ANTIKE · RÖMISCHES REICH
Römische Bildlampe – Mutter und Kind
KODEX ANTIQUORIUM · LUCERNA

Römische Bildlampe – Mutter und Kind

Tönerne Relieföllampe mit Kourotrophos-Motiv, provinzialrömisch, 2. Jahrhundert n. Chr.
Ton, geformt mit Reliefdekor, gebrannt · H 5 cm · ⌀ 9,1 cm · 217 g · Italien · Zustand gut
🎧 Die Geschichte zu diesem Stück
„Ein Flämmchen für Mutter und Kind" — aus der Zeit, als Marc Aurel regierte (161–180)
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Stil · Antike · 800 v.Chr.–500
Das Fundament der abendlaendischen Kunst — ideale Proportion, Tempel und Goetterstatuen aus Marmor und Bronze.

DAS OBJEKT

Ein kompakter, flachgedrückter Korpus von gut handtellergroßem Maß: runder Bauch, kurzer Ausguss für den Docht, ein ringförmiger, durchlochter Griff zum Tragen und Aufhängen. Der Diskus auf der Oberseite trägt ein figürliches Relief – eine Mutter mit Kind. Der Ton ist fein und rotbraun, überzogen von Brennpatina und leichten Sinterspuren, ohne Glasur. Formnähte und kleine Asymmetrien der Wandung zeugen von der Herstellung, wie sie bei solchen Lampen üblich über eine Model erfolgte. Keine Werkstattmarke, keine Signatur erkennbar.

LEBEN & GEBRAUCH

Sie war das künstliche Licht der Antike. Befüllt mit Olivenöl, ein Leinendocht durch den Ausguss gezogen und entzündet, gab sie ein ruhiges, warmes Flämmchen – alle paar Stunden nachzufüllen, der Docht regelmäßig hochzuziehen, sonst rußte und stank er. Solche Lampen wanderten durchs Haus: zum Abendessen an den Tisch getragen, nachts neben das Lager gestellt, am Hausaltar, dem Lararium, den Hausgöttern als Opferlicht entzündet. Massenware aus der Model, billig und überall – und doch der Mittelpunkt jeder dunklen Stunde.

BILD & BEDEUTUNG

Das Motiv ist kein Zufall. Die nährende Mutter mit Kind – griechisch Kourotrophos, die Kinderaufzieherin – verkörpert Schutz, Fruchtbarkeit und das Behüten jungen Lebens. Göttinnen wie Demeter, Hera oder Artemis trugen diesen Beinamen; man rief sie an gegen Krankheit und die Gefahren der frühen Kindheit. Auf einer Lampe verschmolz so das schützende Licht mit dem schützenden Bild – ein verbreitetes, bedeutungsvolles Sujet, das in römischen Haushalten Geborgenheit ausstrahlen sollte.

ZEIT & KULTUR

Form und Machart weisen ins 2. Jahrhundert n. Chr.: die runde Bildlampe mit kurzer Tülle entspricht dem damals reichsweit dominierenden Typ (Loeschcke VIII, am Original zu präzisieren). In den Nordprovinzen am Rhein und an der Donau standen daneben die robusten Firmalampen. Gerade dort waren Öllampen auch beliebte Grabbeigaben – Licht für den Weg ins Jenseits. Im KODEX ist das Stück im Zeitstrahl Vor 1400 verankert und über das Lexikon mit vergleichbaren provinzialrömischen Fundkontexten verknüpft.

Provenienz & Zustand

Provenienz nicht dokumentiert; legaler Erwerb vorausgesetzt. Kein konkreter Fundort bekannt oder behauptet – genannte Fundregionen (Rhein-/Donauraum) dienen ausschließlich als kulturhistorischer Vergleichskontext. Zustand gut: keine groben Brüche; kleinere Chips und Abplatzungen am Rand, Gebrauchs- und Lagerungsspuren als Zeugnis antiker Nutzung. Ausfuhr-/Kulturgutschutz (KGSG) im Einzelfall zu beachten.
110 €
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