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Antike Bronzeschale mit Buckelzier
BRONZE · GETRIEBEN · BUCKELZIER

Antike Bronzeschale mit Buckelzier

Eine getriebene Schale aus der Welt der antiken Trank- und Opferschalen
Getriebene Bronze (Repoussé) · H 6 cm · ⌀ 12 cm · ca. 1000 g · antiker Kulturkreis, Italien (laut Erwerb) · Zustand: gut fuer das Alter, mit Bodenpatina
Stil · Antike · 800 v.Chr.–500
Das Fundament der abendlaendischen Kunst — ideale Proportion, Tempel und Goetterstatuen aus Marmor und Bronze.

DAS OBJEKT

Eine halbkugelige Schale, aus einem einzigen Bronzeblech in Treibarbeit (Repoussé) von innen herausgetrieben: Acht segmentartige Buckel ordnen sich strahlenfoermig um die Mitte, getrennt durch fein eingetiefte Linien. Ueber die Wandung zieht sich eine gruenliche Korrosionspatina, dazu Erdverkrustungen aus langer Bodenlagerung. Im Buckelbereich zeigen sich Durchbrueche und Materialverluste. Keine Marke, keine Signatur – die Zierform aber bleibt unverkennbar klar lesbar.

LEBEN & GEBRAUCH

Schalen dieser flachen, gebuckelten Form gehoeren zur grossen Familie der antiken Trank- und Opferschalen – der phiale der Griechen, der patera der Roemer. Mit solchen Gefaessen goss man Wein, Milch oder Oel als Trankopfer aus: die einfachste Form der Verehrung, oft schon zum Morgen, zum Abend, vor der Mahlzeit. Am Hausaltar teilte die Familie taeglich einen Schluck mit den Schutzgoettern, den Rest trank der Opfernde selbst. So lagen solche Schalen im Alltag wie im Fest in der Hand.

BILD & BEDEUTUNG

Viele Schalen dieser Art tragen in der Mitte einen erhoehten Buckel, den omphalos, auf dem der Daumen ruhte, waehrend man goss – die geweihte Fluessigkeit sollte die Hand nicht beruehren (ob hier ein echter omphalos vorliegt, ist am Stueck noch zu pruefen; der Brief nennt acht Buckel und eine zentrale Buckelzier). In Kunst und Muenzbild haelt die ausgestreckte Hand die Schale ueber den Altar; sie steht fuer pietas, fuer fromme Pflicht: Ich gebe den Goettern ihren Anteil, ehe ich selber nehme.

ZEIT & KULTUR

Form und Buckeldekor verweisen auf einen eisenzeitlichen bis fruehroemischen Horizont – eine begruendete Einordnung, kein gesicherter Befund. Verwandte getriebene Bronzeschalen begegnen als Grabbeigaben und im Hausgebrauch in vorderasiatischen, griechischen, italischen und mitteleuropaeischen Fundkontexten; das dient hier ausdruecklich nur als kulturhistorischer Vergleich, nicht als Herkunft dieses Stuecks. Die Zuordnung zur phiale/patera-Familie ist eine erste Annaeherung, am Original weiter zu praezisieren.

Provenienz & Zustand

Provenienz nicht dokumentiert; legaler, gutglaeubiger Erwerb vorausgesetzt (Italien laut Vorbesitzer). Ein konkreter Fundort ist nicht bekannt und wird ausdruecklich nicht behauptet – Fundstaetten erscheinen oben nur als kulturhistorischer Kontext (KGSG/Kulturgutschutz). Zustand gut fuer das Alter: stabile, gewachsene Bodenpatina, Erdanhaftungen; im Buckelbereich altersbedingte Durchbrueche und Materialverluste durch fortgeschrittene Korrosion. Keine Marke oder Signatur.
1.600 €
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